Beratungsphilosophie

Bewusstsein

Wir helfen unseren Klient:innen in unserer Beratungspraxis, das Bewusstsein für ihr mitgebrachtes Veränderungsanliegen und potenzielle Lösungsmöglichkeiten zu schärfen. Dabei geht es zum einen darum, die Selbstwahrnehmung zu stärken und zum anderen, den Raum für andere Perspektiven zu erweitern.

 

Um diese Entwicklung zu ermöglichen, bringen wir unsere jahrelangen Erfahrungen aus vielen Beratungsprozessen und Ansätze aus unterschiedlichen Beratungstraditionen mit viel Energie und Empathie in die Zusammenarbeit ein.

Kontakt

Für den Veränderungsprozess stellen wir neben unseren Erfahrungen und unserem Wissen auch uns selbst als wahrnehmende und fühlende Menschen zur Verfügung. Wir erlauben uns in Veränderungsprozessen, unseren Empfindungen im Kontakt zu trauen und sie genauso für unsere Arbeit zu nutzen, wie die uns verfügbaren Zahlen, Daten und Fakten.

Wir verstehen Beratung als eine Beziehung zwischen den Klient:innen und uns, in der wir uns als Resonanzkörper in die Zusammenarbeit einbringen und durch bewusste Impulse Veränderungen ermöglichen können.

System

Wir betrachten Organisationen als lebendige soziale Systeme, in denen komplexe Beziehungen zwischen Menschen entstehen. Jedes System ist anders – mit ganz eigenen Personen, Prozessen und Zielen.

 

Wir helfen unseren Klient:innen mit Blick auf ihr Veränderungsanliegen dabei, ihr eigenes Umfeld und ihre eigene Rolle darin besser zu verstehen und den Blick zu weiten. Daraus ergeben sich neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.

Die gesunde Organisation: Wie wir auf Organisationen blicken

Ein Mensch gilt als gesund, wenn seine Organe störungsfrei funktionieren und er genügend Energie zur Verfügung hat, um bewusst, neugierig und flexibel auf Krisen reagieren zu können sowie wenn er Freude an Veränderung und am Kontakt mit seinem sozialen Umfeld hat. Ein gesunder Mensch ist fähig, mehr als eine Möglichkeit zu sehen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und dabei Entscheidungen zu treffen. Gesund bleibt, wer eine Balance zwischen Ordnung und Unordnung, zwischen Bewahren und Verändern herstellen kann.

Dieses Verständnis beschreibt auch angemessen die Zustände von „gesunden“ Organisationen. Sie sind dann erfolgreich und produktiv, wenn Routine und Störung einander nicht ausschließen, sondern die Organisationsmitglieder genügend Bewusstheit und Energie (in Form von: finanziellen Ressourcen, Motivation, Kreativität, Wissen etc.) zur Verfügung haben, um mit Krisen, externer Unsicherheit und Komplexität flexibel umzugehen.

Die je eigene Wirklichkeit und Kultur der Organisation sind wichtige Mitspieler bei der Entstehung eines Problems, und zugleich sind sie Quellen für dessen Lösung: Uns trägt die Erfahrung, dass in jeder Organisation ein vitaler Kern steckt, der sich in die Zukunft hinein entfalten möchte – wie auch immer diese aussehen mag.

Wie wir Beratung verstehen

In Organisationen können Situationen entstehen, die nahelegen, mit externer Beratung das Eingespielte zu hinterfragen und Neues gut und passfähig zu integrieren. Für den Veränderungsprozess stellen wir unsere Erfahrungen, unser Wissen und vor allem uns selbst als wahrnehmende und fühlende Menschen zur Verfügung. Alle Sinne sind dabei beteiligt, denn nur mit ihnen kommen wir in den vollen Kontakt mit den Klient:innen und in ihre Welt hinein. Wir erlauben uns, unseren Empfindungen im Kontakt zu trauen und sie genauso für unsere Arbeit zu nutzen wie die uns verfügbaren Zahlen, Daten und Fakten. Wir arbeiten mit und an den Eigenheiten, die für die Organisation selbstverständlich sind. Wir integrieren Routinen und Strukturen, die Halt geben und zu einem Gutteil das Funktionieren und die gewünschten Ergebnisse gewährleisten. Sie sind schätzenswerter Ausgangspunkt unseres Tuns.

 

Wir erkunden die Organisation und beschreiben ihren Eigensinn, ihre Arbeitsmuster und ihre Ressourcen, damit sie für den Veränderungsprozess daraus schöpfen kann. Wir ergänzen Verlorengegangenes oder nicht Vorhandenes und setzen Kontrapunkte damit die Organisation sich neu (er)finden kann.

 

Als Beratende befinden wir uns in einer ständig balancierenden Bewegung – mal näher dran und eher in der Organisation und mal entfernter und eher außerhalb von ihr. Diese Art von flexibler Grenzziehung zwischen Klient:innen und Beratenden ermöglicht uns einerseits, durch Nähe Vertrauen herzustellen und andererseits, durch mehr Distanz wichtige Unterschiede zur Organisation der Klient:innen zu machen. Hier haben wir den weitesten Blick und können Dinge sehen und benennen, die die Klient:innen in bestimmten Situationen nicht sehen oder ausdrücken können.

Veränderung bewusst gestalten

Veränderungen sind nicht einfach zu haben. Oft sind es Krisen und schmerzliche Erfahrungen, in denen wir von alten Verhaltensweisen lassen und neue produktivere Haltungen entwickeln können. Transformationsprozesse in Organisationen gehen daher selten harmonisch vonstatten und erfordern eine bewusste Gestaltung durch die Organisationsmitglieder und die Berater:innen.

Wir sind der Überzeugung, dass eine kreative Anpassung an neue Anforderungen nicht allein durch mehr Management, Planung und Kontrolle gelingen kann. Stattdessen rücken Fragen von Sinnstiftung, Beziehungsqualität und Führungshaltung in der Organisation als lebendiges System in den Vordergrund.

Als weltweit operierendes Beratungsunternehmen kennen wir die Trends und Instrumente aus Organisationsentwicklung, Managementberatung und Coaching. Trotzdem ist jeder Beratungsprozess einzigartig, weil jede Organisation und ihre Mitglieder ihre eigenen Werte, Geschwindigkeiten und Geheimnisse hat. Dabei verbindet Como in der Beratung Fach- und Prozesskompetenz. Die Como-Berater:innen gehen nicht als die besseren Manager:innen zu ihren Kund:innen, sondern sie sind Expert:nnen darin, Lernprozesse in Gang zu setzen und deren Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass diese zur Selbstveränderung der Organisation und zur Steigerung interner Lösungskompetenz beitragen.

Was uns leitet: Quellen und Denkschulen unserer Arbeit

Als Organisationsberater:innen und Gastgeber:innen einer Ausbildung in systemischer Organisationsentwicklung sehen wir uns in der Tradition verschiedener Quellen und Denkschulen, die uns Orientierung geben und uns in unserer Arbeit leiten. Grundlegend für unsere Arbeit ist die Synthese aus systemischer Beratung und Gestalttherapie. Während wir als Systemiker:innen unser Augenmerk auf die verbindenden Muster in einer Organisation legen, sind wir als Gestaltgeprägte Berater:innen achtsam für die Tiefe im Kontakt mit dem Gegenüber.

Neben diesen tragenden Säulen bilden wir uns als Berater:innen laufend fort und decken eine große Bandbreite an Beratungsansätzen und Methoden ab, wie z.B. agile Methoden, Theorie U, Psychodrama, Aufstellungsarbeit nach SySt, diversitätsorientierte Organisationsentwicklung und Future Thinking.

Was wir momentan in der Welt der Organisationen beobachten

Wir beobachten, dass unsere Kund:innen massiv von den großen gesellschaftlichen  Transformationsprozessen betroffen sind. Dies gilt für kreative Start-ups, große Unternehmen und Non-Profit-Organisationen ebenso wie für öffentliche Verwaltungen oder Universitäten. Wenngleich die Ursachen sich unterscheiden, ist allen Organisationen gleich: Ihre Umwelt verändert sich rasant und einschneidend.

Die Digitalisierung beispielsweise erfasst alle internen Prozesse und Strukturen, verändert ganze Geschäftsmodelle. Die Klimakrise erfordert ein fundamentales Umdenken in Bezug auf die Werte unseres Wirtschaftssystems. Unsere Gesellschaft wird in ihrer Zusammensetzung diverser, gleichzeitig verschärft sich der politische Diskurs auf allen Ebenen.

Die Geschwindigkeit und Unübersichtlichkeit des Wandels nimmt zu und führt zu folgender Paradoxie: Bei steigender Komplexität und Unsicherheit über die Zukunft sind Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefragt. Zugleich steigt das Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung.

Schlagwörter wie New Work, Agilität, Purpose, Diversity oder Ambidextrie (das gleichzeitige und damit „beidhändige“ Management und Führen von Kern- und Innovationsgeschäft) versuchen Antworten auf Fragestellungen der heutigen Zeit zu geben. Die Begriffe zeigen, um welche Fragen es vor dem Hintergrund des Wandels geht: „Zu welchem Zweck gibt es unsere Organisation (auch in Zukunft)?“, „Können wir einen gesellschaftlichen Beitrag leisten und falls ja, welchen? Und wie?“, „Welche individuellen, gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Werte sind für uns handlungsleitend?“, „Wie können und sollen Mitarbeiter:innen tatsächlich mitgestalten?“, „Was erwarten Nutzer:innen unserer Produkte und Dienstleistungen von uns?“.  Hierauf gibt es keine einmaligen und eindeutigen Antworten. All diese Fragen müssen immer wieder ausgehandelt und balanciert werden. Wir greifen diese Spannungen auf und erarbeiten mit unseren Kund:innen einen produktiven Umgang damit.